Palmöl, Soja und Veganismus – vegane Ernährung trägt zur Zerstörung des Urwalds bei
Es ist ein weit verbreiteter Mythos, dass Palmöl vor allem in veganen Nahrungsmitteln verwendet wird. Tatsächlich kommt es in einer Vielzahl von Lebensmitteln zum Einsatz. Weitaus bedeutender ist jedoch seine Nutzung in anderen Industrien und im Transportwesen. Der Großteil des in Deutschland eingesetzten Palmöls endet als Biotreibstoff sowie in Kosmetika und Reinigungsmitteln. Das Problem des großflächigen Palmölanbaus ist vor allem mit der kapitalistischen Produktionsweise und dem monokulturellen Anbau von Nutzpflanzen verknüpft: Palmöl ist für die Industrie attraktiv, weil es bei niedrigen Produktionskosten hohe Erträge liefert.
Ein ähnlich verbreiteter Irrtum betrifft die angebliche Verbindung zwischen veganer Ernährung und dem Sojaanbau im Globalen Süden. Oft wird behauptet, die Tofuproduktion sei für die Zerstörung der Regenwälder verantwortlich. In Wirklichkeit werden jedoch 75 Prozent des weltweit produzierten Sojas für Tierfutter verwendet. Von den verbleibenden 25 Prozent wird ein großer Teil zu Sojaöl verarbeitet, das zunehmend als Biokraftstoff dient.
Es ist die Fleischindustrie, die die Regenwälder vernichtet, nicht der Tofu. Die industrielle Tierproduktion beansprucht enorme Flächen – sowohl für die Viehzucht als auch für den Anbau von Futtermitteln im Rahmen der industriellen Landwirtschaft. So entfiel zwischen dem Jahr 2000 und 2018 der Großteil der globalen Entwaldung auf die Schaffung von Weideflächen (38 Prozent) und den Anbau von Futtermitteln (40 Prozent).
Die Zerstörung der Regenwälder für die monokulturelle Produktion von Palmöl und Soja im Globalen Süden hat also nichts mit Veganismus zu tun. Vielmehr ist sie ein Ergebnis der kapitalistischen Produktionsweise und insbesondere der Tierproduktion.
